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Der Schwarm - Schatzing Frank - Страница 100
»Guten Abend«, sagte eine leise, kultivierte Stimme.
Es war General Commander Judith Li.
3. Mai
Thorvaldson, norwegischer KontinentalhangClifford Stone war im schottischen Aberdeen zur Welt gekommen, als zweites von drei Kindern. Vom ersten Lebensjahr an ging ihm alles Niedliche ab. Er war klein, schmachtig und auf unkindliche Weise hasslich. Seine Familie begegnete ihm mit Distanz, als sei er ein Unfall, eine peinliche Panne, die umso weniger offenbar wird, je weniger man sie thematisiert. Clifford wurde keine Verantwortung ubertragen wie dem Erstgeborenen, und er wurde nicht verhatschelt wie seine jungere Schwester. Man konnte auch nicht eben sagen, dass er schlecht behandelt wurde, im Grunde fehlte es ihm an nichts.
Bis auf Warme und Aufmerksamkeit.
Nie erlebte er das Gefuhl, anderen in irgendetwas voraus zu sein.
Er fand keine Freunde als Kind und kein Madchen, als er alter wurde und mit achtzehn seine Haare ausfielen. Nicht einmal der Umstand, dass er mit einem glanzenden Abitur aufwartete, schien tatsachlich jemanden zu interessieren. Mit einiger Verbluffung uberreichte ihm sein Kursleiter das Abschlusszeugnis, als nehme er den unscheinbaren Jungen mit den fordernden schwarzen Augen erstmalig wahr. Es war ein sehr gutes Zeugnis, also nickte er Stone freundlich zu, lachelte kurz und verga? das schmale Gesicht im selben Moment.
Stone studierte Ingenieurwissenschaften und erwies sich als hoch begabt. Endlich — uber Nacht — wurde ihm die Anerkennung zuteil, nach der er sich immer gesehnt hatte. Aber sie blieb beschrankt auf seine berufliche Existenz. Der private Stone verblasste zusehends — weniger, weil niemand etwas mit ihm zu tun haben wollte, sondern weil er sich selber keine private Existenz gestattete. Der Gedanke an Privatheit machte ihm Angst. Privatheit bedeutete zuruckzufallen in die Nichtbeachtung. Wahrend Clifford Stone, der Ingenieur, mit seinem messerscharfen Verstand Karriere bei Statoil machte, begann er den kahlen Mann, der abends allein nach Hause ging, fur seine Angste zu verachten, bis er ihm schlie?lich jegliches Existenzrecht absprach.
Der Konzern wurde sein Leben, seine Familie, seine Erfullung, weil er Stone etwas vermittelte, das er zu Hause nie erfahren hatte. Das Gefuhl, anderen voraus zu sein. Vorn zu liegen. Es war ein berauschendes und zugleich qualendes Empfinden, eine standige Hetze. Mit der Zeit begann die Sucht nach dem ultimativen Vorsprung Stone auf eine Weise zu beherrschen, dass er sich an keinem seiner Erfolge wirklich freuen konnte, weil er gar nicht wusste, wie man Erfolge feierte oder mit wem. Hatte er ein Ziel erreicht, war er unfahig zu verweilen. Wie besessen hastete er sich selber voraus. Zu verweilen hatte moglicherweise bedeutet, einen Blick auf einen schmalen Jungen mit seltsam erwachsenen Zugen werfen zu mussen, der so lange ignoriert worden war, dass er sich am Ende selber ignorierte. Und nichts furchtete Stone mehr als den Blick in die dunklen, fordernden Augen.
Vor einigen Jahren hatte Statoil ein Ressort eingerichtet, das sich ausschlie?lich mit der Erprobung neuer Technologien befasste. Sehr schnell erkannte Stone, welche Chancen in der baldigen Umrustung auf autonome Forderfabriken lagen. Nachdem er der Konzernspitze eine Reihe von Vorschlagen unterbreitet hatte, ubertrug man ihm schlie?lich den Bau einer Fabrik auf dem Grund der Tiefsee, die von der renommierten norwegischen Technologiefirma FMC Kongsberg entwickelt worden war. Es gab zu dieser Zeit schon eine ganze Reihe unterseeischer Fabriken, aber der Kongsberg-Prototyp war ein vollig neuartiges System, enorm kostensparend und geeignet, die Offshore-Forderung zu revolutionieren. Der Bau geschah mit Wissen und Billigung der norwegischen Regierung, dennoch fand er offiziell nie statt. Stone wusste, dass die praktische Inbetriebnahme streng genommen zu fruh erfolgte. Besonders Greenpeace hatte auf einer Reihe zusatzlicher Tests bestanden. Tests, die Monate und Jahre in Anspruch genommen hatten. Das Misstrauen war verstandlich, immerhin lag die Olforderung in der Statistik menschlichen und moralischen Versagens ganz weit vorn. Kaum ein Interessengeflecht, das den Planeten uberzog, schnurte ihm zugleich so sehr den Atem ab wie die sogenannten vitalen Anspruche der Mineralolkonzerne. Also blieb das Projekt geheim. Selbst als Kongsberg die Fabrik als Konzeptstudie im Internet vorstellte, wurde nicht publik, dass Statoil sie langst in Betrieb genommen hatte. Am Grund der Tiefsee arbeitete ein Phantom, das seinen Erbauern nur darum nicht den Schlaf raubte, weil es einwandfrei funktionierte.
Nichts anderes hatte Stone erwartet. Nach endlosen Testreihen war er tatsachlich uberzeugt gewesen, jedes Risiko ausgeschlossen zu haben. Was hatten zusatzliche Tests gebracht? Allenfalls hatten sie einer Mentalitat des Zogerns Genuge getan, die er in den Strukturen des staatlich gefuhrten Konzerns zu erspuren glaubte und die er verachtete wie alles und jeden, der zogerte. Au?erdem schlossen zwei Faktoren jedes weitere Warten kategorisch aus. Faktor eins war Stones erwitterte Chance, als technologischer Wegbereiter Einzug in die geraumigeren Buros des Management Boards zu halten. Faktor zwei war, dass der Olkrieg trotz Instrumentalisierung internationaler Politik und bewaffneter Eingriffe in die Herrschaftsverhaltnisse souveraner Staaten fur alle Seiten verloren zu gehen drohte. Am Ende spielte es keine Rolle, wann der letzte Tropfen Ol floss, sondern wann die Forderung ins Stadium der Unwirtschaftlichkeit wechselte. Die typische Ertragsentwicklung einer Quelle folgte nun mal brav der Physik. Nach dem ersten Anbohren schoss das Ol unter Hochdruck heraus und sprudelte oft jahrzehntelang weiter. Mit der Zeit jedoch verringerte sich der Druck. Die Erde schien das Ol nicht langer herausrucken zu wollen, sie hielt es durch kapillarischen Druck in winzigen Poren fest, und was anfangs von selber ausgetreten war, musste nun mit einer Menge Aufwand herausgespult werden. Das kostete Unsummen. Die Fordermenge sank rapide, lange bevor das Lager erschopft war. Wie viel auch immer noch da unten sein mochte — sobald der Aufwand zur Gewinnung dieses Ols mehr Energie verschlang, als es lieferte, lie? man es besser in der Erde.
Hierin lag einer der Grunde, warum sich die Energieexperten am Ende des zweiten Jahrtausends so fulminant verschatzt hatten, als sie die fossilen Reserven auf Jahrzehnte fur gesichert erklarten. Genau genommen hatten sie zwar Recht. Die Erde war olgetrankt. Aber entweder kam man nicht dran, oder der Ertrag stand in keinem Verhaltnis zum Aufwand.
Dieses Dilemma hatte Anfang des dritten Jahrtausends zu einer gespenstischen Situation gefuhrt. Die OPEC, in den achtziger Jahren totgesagt, feierte eine zombiehafte Renaissance. — Nicht weil sie das Dilemma loste, sondern einfach, weil sie uber die gro?eren Reserven verfugte. Den Nordseestaaten, die sich von der OPEC nicht die Preise diktieren lassen wollten, blieb damit nur, die Kosten der Forderung drastisch zu senken und ansonsten der Tiefsee mit vollautomatisierten Systemen auf den Leib zu rucken. Die Tiefsee quittierte das neu erwachte Interesse ihrerseits mit einer ganzen Reihe von Problemen, angefangen bei den extremen Druck— und Temperaturverhaltnissen, verhie? jedoch demjenigen, der sie loste, ein zweites Eldorado. Nicht in alle Ewigkeit zwar, aber lange genug fur eine Branche, die davon lebte, dass die Welt in suchtartiger Abhangigkeit von Ol und Gas stehen geblieben war.
Stone, dessen ganzes Leben bestimmt war von der Sehnsucht, vorn zu liegen, hatte damals eine Expertise verfasst, die Entwicklung des Prototyps forciert und den Bau empfohlen, und Statoil war ihm gefolgt. Uber Nacht fand er seinen Kompetenzspielraum und seinen Kreditrahmen gro?zugig erweitert. Er pflegte glanzende Kontakte zu den Entwicklungsfirmen und schaffte es, dass man den Wunschen und Befindlichkeiten von Statoil dort Vorrang einraumte. Die ganze Zeit hindurch war ihm bewusst, auf welch schmalem Grat er sich bewegte. Solange niemand dem Konzern am Zeug flicken konnte, war er den Vorstanden ein willkommener Conquistador. Im Falle gro?erer Erklarungsnotstande wurde man ihn fallen lassen. Der beste Mann war immer auch der beste Schuldige. Stone wusste, dass er schleunigst einen Vorstandssessel ansteuern musste, bevor jemand auf die Idee kam, ihn zu opfern. Stand sein Name erst einmal fur Innovation und Profit, wurden sich ihm alle Turen offnen. Es war dann nur die Frage, durch welche er zu gehen geruhte.
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